Glutenfreier Kuchen - So Backen Sie Leckere Kuchen Ohne Gluten

Glutenfreier Kuchen – So backen Sie leckere Kuchen ohne Gluten

glutenfreier Kuchen

Glutenunverträglichkeit ist nicht so selten wie man glauben möchte. Manch einer mag "nur" extrem sensitiv auf Gluten reagieren; andere jedoch leiden an Zöliakie und jede Aufnahme von Gluten ist für sie ein erhebliches Gesundheitsrisiko. In dem Fall ist glutenfreie Ernährung also absolute Pflicht. 

Gluten ist ein Klebereiweiß, dass in vielen Getreidesorten vorkommt und mit Ursache für die Backeigenschaften von z. B. Kuchenteig ist. Kuchen backen auf die herkömmliche Art und Weise ist für von Zöliakie Betroffene also unmöglich - doch dank glutenfreier Kuchen muss niemand am Kaffeetisch verzichten. Schließlich gibt es so einige Tipps und Tricks, um Kuchen ohne Gluten zu zaubern.

Problem: Mehl​

Das große Hauptproblem bei Glutenunverträglichkeit sind Mehlprodukte, denn Gluten ist ein Bestandteil von Getreide. Gerade bei Backwaren ist daher höchste Vorsicht geboten! Herkömmliches Mehl ist in der glutenfreien Küche ein absolutes No-Go. Stattdessen bieten sich Ersatzprodukte an. Je nach Kuchensorte kann Mehl auch einfach gänzlich unnötig sein.​

Spezielle Ersatzprodukte

Eine Möglichkeit, glutenhaltiges Mehl zu umgehen, sind Produkte, die speziell für die glutenfreie Ernährung konzipiert wurden. Diese sind darauf angelegt, ein möglichst natürliches Backerlebnis zu bieten.

Der große Vorteil dieser Ersatzmehle ist deshalb, dass Sie sich bei den meisten Varianten keine Gedanken über die Backeigenschaften zu machen brauchen. Sie können solche Produkte dann verwenden wie herkömmliche Produkte auch.

Sollten doch bestimmte Anpassungen erforderlich sein, liefern die Hersteller oft schon Rezeptanregungen mit, so dass Sie nicht aufwendig experimentieren müssen, um Ihren Kuchen glutenfrei zu backen.

Allerdings sind derartige Ersatzprodukte oftmals sehr teuer. Für die einmalige Bewirtung einer glutensensiblen Person mag das kein Problem sein, doch wenn Sie für sich oder Ihre Familie dauerhaft mit Kuchen und glutenfrei zugleich versorgen wollen, sollten auch andere Alternativen in Betracht gezogen werden.

Weitere Alternativen

Teffmehl

Eine andere Möglichkeit sind Nuss- oder Samenmehle, z. B. Mandel-, Haselnuss-, Mohn- oder Kokosnussmehl. Im Bio- oder Reformladen gibt es eine große Auswahl verschiedenster Ersatzmehle dieser Art.

Die meisten von ihnen lassen sich wie normales Mehl verwenden; einzig bei Kokosnussmehl ist zu beachten, dass es stark quillt und deshalb in geringer Menge und mit viel Flüssigkeit zu verarbeiten ist.

Nuss- und Samenmehle bringen ihr jeweils ganz eigenes Aroma mit, was beim Backen ja durchaus erwünscht sein kann. Sie sollten jedoch bewusst darauf achten, dass das Nuss-/Samenmehl sich mit dem Aroma des geplanten Kuchens auch verträgt.

Gekauft sind diese Mehle oftmals ebenfalls recht teuer. Mit einer entsprechenden Küchenmaschine können Sie jedoch z. B. Mandelmehl kostengünstig selbst herstellen.​

Mehlverzicht

Wenn Sie weder kommerzielle Ersatzmehle noch Samen- oder Nussmehle benutzen möchte, bleibt als dritte Möglichkeit, das Mehl wegzulassen. So manch glutenfreier Kuchen funktioniert nämlich wunderbar ohne Boden. Ein Beispiel sehen Sie bei den Rezepten unten.​

Problem: verstecktes Gluten​

Mehl ist zwar der wichtigste Glutenträger in herkömmlichen Kuchen, doch mit dem Ersetzen des Mehls ist es noch nicht getan. Es ist daher eine weitere Schwierigkeit, dass in vielen handelsüblichen Backzutaten kleine Mengen Gluten enthalten sein können.

Dieses versteckt sich dann beispielsweise in Malz oder Weizenstärke und kann bei glutensensiblen Personen zu starken Beschwerden führen. Konsultieren Sie deshalb zur Sicherheit die Lebensmittellisten der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e.V. (DZG).​

KURZ ZUSAMMENGEFASST

  • Ersetzen Sie das Mehl sinnvoll, denn es ist der größte Glutenträger. Mögliche Varianten sind spezieller Ersatzprodukte oder Nuss- und Samenmehle.
  • Achten Sie auf das Zutatenverhältnis. Bei manchen Mehlen, z.B. Kokosnussmehl, müssen Sie herkömmliche Rezepte auf die Eigenschaften des Ersatzmehls hin anpassen.
  • Am allerwichtigsten: Seien sie genau! Zöliakie ist eine sehr ernste Krankheit, und schon der kleinste Krümel von z. B. Weizenmehlteig kann gefährlich sein. Achten Sie also unbedingt auf Hygiene, lesen Sie die Packungsbeschriftungen sehr gründlich und sehen Sie lieber einmal zu oft auf der Seite der DZG nach, wenn Sie sich nicht sicher sind!
  • Lassen Sie sich nicht einschüchtern! Glutenfreie Kuchen sind kein Hexenwerk. Auch andere Ernährungsweisen wie Low Carb oder vegane Ernährung lassen sich hervorragend damit in Einklang bringen. Backen Sie doch einmal Ihren Kuchen glutenfrei und vegan!

Rezeptvorschläge für glutenfreie Kuchen

Kokoskuchen mit Kokosmehl


glutenfreier Kuchen

Zutaten

Für den Teig:

  • 4 große Eier
  • 1 Prise Salz
  • 60 g Margarine oder Kokosöl/-fett
  • 30 g Honig oder Kokosblütenzucker
  • 70 g Kokosmehl
  • 0.25 Teelöffel Backpulver

Für den Teig:

  • 40 g Margarine oder Kokosöl/-fett
  • 40 g Kokosblütenzucker
  • 20 g Kokosmehl
  • 1.5 Teelöffel Zimt

Zubereitung

1. Fetten Sie die Kastenform ein und bestäuben Sie sie mit Mehl.

2. Heizen Sie außerdem den Ofen auf ca. 175 ° Ober-/Unterhitze vor.

3. Beginnen Sie nun mit dem Teig: Trennen Sie die Eier.

4. Die Eiweiße werden nun mit etwas Salz zu Eischnee geschlagen, die Eigelbe hingegen mit weicher Margarine bzw. dem Kokosfett sowie dem Süßungsmittel (Honig oder Kokosblütenzucker) cremig verrührt.​

5. Vermischen Sie Backpulver und Kokosmehl und rühren Sie beides unter die Eigelbmasse.

​6. Heben Sie die steif geschlagenen Eiweiße vorsichtig unter und füllen Sie den fertigen Teig in die Form. Streichen Sie alles glatt.

7. Bereiten Sie nun das Topping zu: Schlagen sie das Fett mit dem Kokosblütenzucker auf, rühren Sie Kokosmehl und Zimt unter. Verstreichen Sie die Masse auf dem Kuchenteig.

8. Backen Sie den Kuchen dann ca. 35 Minuten.​

Glutenfreier Käsekuchen ohne Boden


Käsekuchen ohne Boden

Zutaten

  • 5 Eier
  • 1 kg Quark
  • 150 g Zucker
  • 250 g Margarine oder Butter
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 2 Pck. Puddingpulver mit Vanillegeschmack (auf Glutenfreiheit achten!)
  • nach Wunsch Früchte, Rosinen, Schokoladenraspel...

Zubereitung

1. Heizen Sie den Ofen auf ca. 180 °C vor.

2. Trennen Sie die Eier und schlagen sie die Eiweiße steif.

3. Verrühren Sie die Eigelbe mit der weichen Margarine/Butter, dem Zucker, Puddingpulver und Vanillezurücker zu einer schaumigen Masse.

4. Geben Sie nun den Quark dazu und rühren Sie ihn gründlich unter.

5. Anschließend heben Sie vorsichtig den Eischnee unter.

6. Füllen Sie den Teig in eine Springform und backen Sie ihn für ca. 50 Minuten.​

Varianten: Sie können diesen Kuchen ohne Gluten auf verschiedene Weisen variieren, z. B. mit Früchten, oder indem Sie ihn mit Schokoladenraspeln in einen Stracciatellakuchen verwandeln.

Süßer Hefekuchen mit Nektarinen


Hefekuchen

Zutaten

  • 50 g weiche Margarine (ohne Soja und Milchprodukte)
  • 150 g Teffmehl (Zwerghirse)
  • 50 g Buchweizenmehl
  • 50 g Kartoffelstärke
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 150 ml Reisdrink
  • 50 g Zucker
  • 800 g Nektarinen
  • Fett für die Form

Zubereitung

1. Teilen Sie die Margarine in Flöckchen. Verkneten Sie diese mit dem Teffmehl, dem Buchweizenmehr, der Stärke, der Hefe, dem Zucker und dem Reisdrink zu einem glatten Teig.

2. Stellen Sie den Hefeteig an einen warmen Ort und lassen Sie ihn dort ca. 30 Minuten gehen.

3. Kneten Sie ihn anschließend noch einmal durch, ehe Sie ihn erneut für ca. 30 Minuten gehen lassen.

4. Heizen Sie nun den Ofen auf ca. 180 °C vor und fetten Sie die Backform.

5. Rollen Sie den Teig auf dem Boden der Form aus und schließen sie den Formrand.​

6. Bereiten Sie nun die Nektarinen vor: Legen Sie sie für etwa eine Minute in kochendes Wasser.

7. Heben Sie sie dann heraus, schrecken Sie sie mit eiskaltem Wasser ab und ziehen Sie die Haut ab. Halbieren Sie die Nektarinen und entfernen Sie den Stein. Schneiden Sie nun die Fruchthälften in Spalten.

8. Verteilen Sie die Nektarinen auf dem Teig verteilen.

9. Nun backen Sie den Kuchen für ca. 20 Minuten.​

Bildquellen:

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About the author

Sebastian Schäffer

Sebastian ist Chefredakteur von HealthHacks.de, studierter Informationswissenschaftler und passionierter Gesundheitsfreak. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Themen rund um gesunde Ernährung, Sport und "Habit Building" - immer mit dem Fokus auf eine alltagstaugliche Umsetzung.

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