Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft – das müssen Sie wissen!

Ernährung bei Schwangerschaft

In der Schwangerschaft isst man für zwei? So ganz stimmt das nicht. Zwar ernährt man ab sofort nicht nur sich, sondern auch das heranwachsende Baby, der Energiebedarf steigt aber gar nicht so sehr an, wie man denkt. Erst ab dem vierten Monat sollte Gewicht zugenommen werden, und hier steigt der Tagesbedarf auch nur um ca. zehn Prozent an. Das sind ungefähr 250 Kalorien und soviel wie zum Beispiel ein Käsebrot und ein Apfel. Für die richtige Ernährung in der Schwangerschaft gibt es daher einiges zu beachten.

Wichtig ist also nicht, dass man mehr isst, sondern was man isst. Eine ausgewogene Ernährung ist ab sofort wichtiger denn je, das Gleiche gilt für körperliche Bewegung. Während der Schwangerschaft versorgt die Mutter das Kind über den eigenen Stoffwechsel. Viele Nährstoffe und Vitamine werden deshalb in größeren Mengen gebraucht.

Die perfekte ausgewogene Ernährung – wie funktioniert das?

Pauschal gilt das unter gesunder und ausgewogener Ernährung, was eigentlich schon bekannt ist: viel frisches Gemüse und Obst, mageres Fleisch, abwechslungsreiches Essen, keine Fertigprodukte.

Die Mahlzeiten des Tages sollten laut DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) Anteile aus allen Lebensmittel-Hauptgruppen enthalten. Die Lebensmittel-Hauptgruppen sind diese hier:

  • Obst und Gemüse
  • Lebensmittel, die Stärke enthalten (zum Beispiel Nudeln, Reis, Kartoffeln oder Brot)
  • Lebensmittel mit viel Protein (zum Beispiel Fisch, Eier, Hülsenfrüchte oder Fleisch)
  • Molkereiprodukte (zum Beispiel Käse oder Milch)

Über den Daumen geschätzt sagt man, dass eine Gewichtszunahme (abhängig von der eigenen Körpergröße und des Gewichts) zwischen sieben und 18 Kilo während der Schwangerschaft vollkommen in Ordnung ist. Bei weniger als sieben Kilo, kann man davon ausgehen, dass das Kind hungert und das ist unter allen Umständen zu vermeiden. Ab dem vierten Monat sollten es also ungefähr 300 Gramm pro Woche sein, in den letzten Monaten auch 500 Gramm.

Für Schwangere ist nicht alles gesund – diese Lebensmittel sollten gemieden werden

Einige Lebensmittel (oder dessen Zubereitungsformen) können dem heranwachsenden Kind schaden. Das liegt daran, dass sie Erreger enthalten können, die möglicherweise Krankheiten und Infektionen nach sich ziehen. Für Nicht-Schwangere sind diese Lebensmittel unbedenklich, für ein heranwachsendes Kind über den Stoffwechsel der Mutter aber gefährlich. Da Schwangere einen veränderten Stoffwechsel haben und oftmals auch ein weniger starkes Immunsystem, sind sie anfälliger, zum Beispiel für Lebensmittelvergiftungen.

In Rohmilch, Rohmilchprodukten oder Käse mit weißem Schimmel, wie zum Beispiel Camembert, Sauermilchkäse, Schafs- oder Ziegenkäse, können Listeria-Bakterien enthalten sein. Diese können eine Lebensmittelvergiftung auslösen, die Listeriose genannt wird. Bei Schwangeren kann diese Fehl- oder Totgeburten auslösen, aber auch Atemprobleme, Unterkühlung (Hypothermie) oder Meningitis beim Kind. Die Sterblichkeitsrate von Babys, die an Listeriose erkrankt sind, steigt enorm an, auf bis zu 50 Prozent.

Ebenfalls Listeria-Bakterien enthalten können rohes oder nicht ganz durchgegartes Fleisch, roher Fisch oder nicht ganz fest gekochte Eier. Es besteht auch die Gefahr von Toxoplasmose. Dies ist eine Infektionskrankheit, die besonders im frühen Schwangerschaftsstadium negative Folgen für das Leben des Kindes haben kann: Tot- oder Fehlgeburt, Schädigungen an Augen oder Organen. 

Selbst wenn das Kind trotz Infektion ohne Schäden zur Welt kommt, kann es in der Folge zum Beispiel Augenschäden entwickeln. Auf dem Speiseplan gestrichen werden sollten also zum Beispiel Wurstsorten, Tatar, Rauchfleisch, Sushi oder rohe Eier. Letztere auch besonders wegen der hohen Salmonellen-Gefahr.

Meeresfrüchte in der Schwangerschaft

Hände weg auch von rohen Meeresfrüchten sowie Hai, Schwertfisch oder großen Mengen Thunfisch. Der in ihnen auftretende natürliche Quecksilbergehalt ist nicht gesund für die Entwicklung des Kindes.

Leber und Leberprodukte enthalten viel tierisches Vitamin A, auch Retinol genannt. Zuviel davon kann in der Schwangerschaft Missbildungen des Kindes verursachen. Besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft sollte zur Sicherheit auf Leber verzichtet werden.

Auch wenn das fast nicht extra betont werden muss, aber Alkohol und mehr als 200 g Koffein täglich sind in der Schwangerschaft tabu.

Essen für zwei – erhöhter Nährstoffbedarf bei Schwangeren

Obwohl nun wie schon erwähnt nicht das Doppelte gegessen werden muss, steigt der Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft deutlich an. Schwangere brauchen zum Beispiel 20 Prozent mehr Eiweiß, 30 Prozent mehr Kalzium und sogar 100 Prozent mehr Eisen. Es folgt ein Überblick über Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente, den Mehrbedarf, ihr Vorkommen und ihre Auswirkungen.

Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett – die Hauptnährstoffe

In der Schwangerschaft werden nicht mehr Kohlenhydrate benötigt, als es bei Nicht-Schwangeren der Fall ist. Jedoch sollte auf Vollkornprodukte wert gelegt werden, die viel Ballaststoffe enthalten, da sie typische Verstopfungen in der Schwangerschaft lindern können, bzw. sogar verhindern. Viel trinken ist in der Hinsicht auch wichtig, mindestens zwei Liter am Tag sollten es sein.

Schwangere brauchen mehr Eiweiß. Das liegt daran, dass viel Eiweiß benötigt wird, um einen neuen Körper aufzubauen. Ab dem vierten Monat sollten Schwangere deshalb ca. 1,3 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglich zu sich nehmen. Dabei sollte darauf geachtet werden, mit tierischen Eiweiß sparsamer umzugehen als mit pflanzlichem. Denn das tierische Eiweiß enthält mehr Fett.

Fett ist keines der Stoffe, von denen in der Schwangerschaft mehr benötigt wird, als vorher. Allerdings gilt auch hier: Pflanzliche Fette sind besser als tierische, denn das ist gesünder für den Blutfettwert.

Vitamine – wovon mehr gebraucht wird und warum

Folsäure (Folat)

Folsäure wird benötigt für den Stoffwechsel, für die Zellteilung und die Bildung von Blut. Entsteht ein Mangelzustand, kann sich das für die Mutter durch Blutarmut und Verdauungsstörungen bemerkbar machen. 

Beim Kind besteht die Gefahr, dass sich das zentrale Nervensystem nicht gut entwickeln kann. Es kann in der Folge zu Neuralrohrdefekten und damit zu Fehlbildungen im Rückenmark und Gehirn kommen. Bekannt sind die Bildung eines „offenen Rückens“ (Spina bifida) und Fehlbildungen an Skelett und inneren Organen.

  • Folsäurebedarf in der Schwangerschaft: 800 Mikrogramm täglich
  • Lebensmittel mit Folsäure: Blattsalate, Spinat, Brokkoli, verschiedene Kohlsorten und Roggenvollkorn.

Vitamin A

Vitamin A ist wichtig für die Hautbildung, den Schutz der Schleimhäute und schützt vor Infektionen. Es wirkt gegen freie Radikale, die die Zellen schädigen. Genauso wichtig wie eine ausreichende Vitamin-A-Versorgung ist bei Schwangeren die Vermeidung einer Überdosierung, da diese zu Missbildungen des Kindes führen kann. Eine Überdosierung kann beim Kind Wachstumsstörungen hervorrufen, Leberschäden oder Schäden an Augen und Haut.

  • Vitamin-A-Bedarf in der Schwangerschaft: ab dem vierten Monat 1,1 Milligramm täglich
  • Lebensmittel mit Vitamin A: rote Paprika, Spinat, Aprikosen, Kürbis, Möhren, Grünkohl, Fisch

Vitamin C

Der Körper braucht Vitamin C um gesund zu bleiben, denn es schützt vor Infekten. Auch bei der Zellatmung spielt es eine wichtige Rolle, stärkt Knochen und Bindegewebe und beschleunigt die Wundheilung.

Eine Unterversorgung mit Vitamin C hat Auswirkungen auf das Erinnerungszentrum des Gehirns des Kindes. Die Folge sind irreparable Gehirnschäden. Vitamin C ist außerdem wichtig für eine ausreichende Eisenaufnahme der Mutter. Fehlt diese, kann es zu Frühgeburten kommen. Natürlich spielt Vitamin C außerdem eine große Rolle in der Vorbeugung von Krankheiten und Infektionen.

  • Vitamin-C-Bedarf in der Schwangerschaft: ab dem vierten Monat 110 Milligramm täglich
  • Lebensmittel mit Vitamin C: Zitrusfrüchte, Fenchel, Grünkohl, Rosenkohl, Brokkoli, schwarze Johannisbeeren, Paprika

Vitamin B1

Vitamin B1, auch Thiamin, wird vom Körper für den Kohlenhydratstoffwechsel, die Verdauung, das Nervensystem und die Herzmuskulatur gebraucht. Vitamin-B1-Mangel führt unter anderem zu Müdigkeit, Gedächtnisschwierigkeiten, verminderter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit und Taubheitsgefühlen an Füßen und Händen. 

Eine Folge von dauernder Unterversorgung mit Vitamin B1 ist die sogenannte Beri-Beri-Krankheit, eine komplexe Vitaminmangelerkrankung, die Störungen von Nerven, Herz, Kreislauf und Muskulatur hervorruft.

  • Vitamin-B1-Bedarf in der Schwangerschaft: ab dem vierten Monat 1,2 Milligramm täglich
  • Lebensmittel mit Vitamin B1: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch, Walnüsse, Gemüse

Vitamin B2

Vitamin B2, auch Riboflavin oder Laktoflavin genannt, schützt die roten Blutkörperchen und die Augenlinsen und ist zuständig für den Aufbau von Haut, Schleimhaut und Nägeln. Es ist außerdem wichtig für die Energiegewinnung aus Fett, Eiweiß und Kohlehydraten. 

Einen Vitamin-B2-Mangel nennt man Ariboflavinose und kann bei Schwangerschaft zu Fehlbildungen, wie zum Beispiel einer Gaumenspalte oder dem Zusammenwachsen von Fingern bzw. Zehen beim Kind, führen.

  • Vitamin-B2-Bedarf in der Schwangerschaft: ab dem vierten Monat 1,5 Milligramm täglich
  • Lebensmittel mit Vitamin B2: Vollkorngetreide, Milch, Milchprodukte, Eier, Fleisch, Fisch, grünes Gemüse

Vitamin B6

Auch Vitamin B6 hat einen weiteren Namen, dieser ist Pyridoxin. Vitamin B6 ist unerlässlich für dutzende von Stoffwechselabläufen. Besonders wichtig ist es bei der Herstellung von Aminosäuren aus denen Eiweiße aufgebaut sind. Da mithilfe diesen Hämoglobin gebildet wird, spielt Vitamin B6 eine Rolle bei der Blutbildung. Auch wird es gebraucht für das Nervensystem und zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte.

Vitamin-B6-Mangel kann zu Hautentzündungen führen, zu Verdauungsproblemen, Schlaflosigkeit, depressiven Verstimmungen und Blutarmut. Bei Neugeborenen können schwerwiegende Bewegungsstörungen auftreten. Es besteht außerdem ein Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken oder Thrombosen zu bekommen.

  • Vitamin-B6-Bedarf in der Schwangerschaft: ab dem vierten Monat 1,9 Milligramm täglich
  • Lebensmittel mit Vitamin B6: Vollkornprodukte, Fisch, Fleisch, Kartoffeln, Bananen, Hülsenfrüchte, Nüsse, Milchprodukte

Vitamin D

Für den Organismus ist Vitamin D besonders im Hinblick auf die Knochenbildung und das Zahnwachstum wichtig. Vitamin D fungiert als Hormon und regelt den Kalzium- und Phosphathaushalt.

Leidet der Körper unter Vitamin-D-Mangel können die Knochen instabil werden, da die Knochenverkalkung gestört wird. Bei Erwachsenen kann es zu Osteomalazie, bei Kindern zu Rachitis kommen. Bei wenige Monate alten Kindern, also kurz nach der Geburt, kann ein Vitamin-D-Mangel schwerwiegende Folgen haben, zu denen Verformungen des Skeletts und negative Veränderungen des Allgemeinzustands zählen.

Für die körpereigene Herstellung von Vitamin D ist der Aufenthalt in der Sonne wichtig, da etwa 80 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs vom Körper selbst hergestellt werden.

  • Vitamin-D-Bedarf in der Schwangerschaft: 5 Mikrogramm täglich (zusätzlich zur Eigenproduktion)
  • Lebensmittel mit Vitamin D: Milch, Milchprodukte, Fisch, Lebertran, Avocados, Pilze

Vitamin B12

Vitamin B12, auch Cobalamin, spielt eine Rolle bei der Bildung der Erbsubstanz (DNS oder DNA), im Nervensystem und im Zusammenspiel mit Folsäure. Tritt ein Mangelzustand auf, wird die Produktion der Blutzellen gestört, was Blutarmut zur Folge haben kann. Die Infektanfälligkeit erhöht sich. Bei Schwangeren mit wenig Vitamin B12 können trotz ausreichender Versorgung mit Folsäure Neuralrohrdefekte des Kindes auftreten. Denn Vitamin B12 ist für die Aktivierung der Folsäure unerlässlich.

Vitamin-B12-Mangel kann deshalb mit Folsäure-Mangel verwechselt werden, da die Auswirkungen durch die Abhängigkeit voneinander ähnlich sind. Eine ausreichende Versorgung mit diesem Vitamin ist wichtig für die generelle körperliche Entwicklung des Kindes, aber auch für die Entwicklung des Nervensystems und des Gehirns.

  • Vitamin-B12-Bedarf in der Schwangerschaft: 3,5 Mikrogramm täglich
  • Lebensmittel mit Vitamin D: Leber, Niere, Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte, Sauerkraut
Ernährung in der Schwangerschaft

Mineralstoffe und Spurenelemente – erhöhter Bedarf und ihre Aufgaben

Kalzium

Kalzium, auch Calcium, ist wichtig für den Aufbau von Knochen und Zähnen. Auch hiervon haben Schwangere einen erhöhten Bedarf. Es ist außerdem beteiligt an der Funktion von Nerven und Muskeln und wichtig für die Blutgerinnung.

Kalziummangel wird auch Hypokalzämie genannt und kann Fühlstörungen und Krämpfe zur Folge haben, ebenso wie Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen oder Osteoporose. Fehlt Kalzium in der Schwangerschaft wird zuerst das Kind versorgt. Auf Dauer hat das aber nicht nur Auswirkungen auf Knochen und Zähne der Mutter, sondern auch auf die Entwicklung des Kindes.

  • Kalziumbedarf in der Schwangerschaft: 1000 Milligramm täglich
  • Lebensmittel mit Kalzium: Milch, Milchprodukte, Mineralwasser, grünes Gemüse, Feigen, Nüsse

Eisen

Der Körper braucht Eisen für die Blutbildung. Während einer Schwangerschaft erhöht sich die Menge des Blutes, weil dieses für das Kind und dessen Organe benötigt wird. Das hat zur Folge, dass der Eisenbedarf sehr ansteigt. 

Eisen sorgt für die Bildung roter Blutkörperchen und den Transport von Sauerstoff zu den Körperzellen und den Muskeln. Leidet eine Frau an Eisenmangel in der Schwangerschaft, besteht die Gefahr, dass das Kind nicht mit ausreichend Sauerstoff über die Nabelschnur versorgt werden kann. Außerdem steigt die Infektanfälligkeit der Mutter. 

Besonders zum Ende der Schwangerschaft tritt Eisenmangel häufig auf. Ein Eisenmangel kann zum Beispiel Müdigkeit, Erschöpfung und erhöhte Infektanfälligkeit nach sich ziehen, aber auch Blutarmut (was bei der Geburt durch weiteren Blutverlust gefährlich sein kann) und es kann das Herz belasten. 

Es besteht außerdem das Risiko, dass der Mutterkuchen, also die Plazenta, sich nicht gut entwickelt und im schlimmsten Fall zu klein ist. Ist der Mutterkuchen zu klein, ist die Versorgung des Kindes gefährdet.

Jod

Ein Jodmangel ist weit verbreitet. Das bedeutet das Schwangere auf jeden Fall drauf achten müssen, den Mehrbedarf zu decken. Denn Jod ist für die Gehirnentwicklung des Babys wichtig. Jod wird vom Organismus für die Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt, die dafür sorgen, dass im Körper Informationen ausgetauscht werden, zum Beispiel zwischen Zellen, Gewebe oder Organen. Jod ist insbesondere für den Stoffwechsel wichtig. Ein Jodmangel kann bei der Mutter zu einer vergrößerten Schilddrüse und einer Kropfbildung führen.

Ab der zwölften Woche der Schwangerschaft, braucht die Schilddrüse des Kindes ebenfalls ausreichend Jod. Fehlt dies, so kann es zu einer Unterentwicklung des Gehirns und damit zu verminderter Intelligenz führen sowie zu einer für Babys sehr gefährlichen Schilddrüsenunterfunktion. Jodmangel kann die Gefahr von Fehlgeburten erhöhen.

  • Jodbedarf in der Schwangerschaft: 230 Mikrogramm täglich
  • Lebensmittel mit Jod: Fisch, Meeresfrüchte, jodiertes Speisesalz

Magnesium

Magnesium, ein Elektrolyt, regelt die Erregbarkeit der Nerven- und Muskelzellen und ist dafür verantwortlich, dass Muskeln sich entspannen können. Damit ist es ein natürlicher Gegenspieler von Kalzium, welches für die Anspannung der Muskeln sorgt. Auch für Aufbau und Stärkung von Knochen spielt es eine große Rolle sowie für die Aktivität von rund 300 Enzymen, die für den Stoffwechsel und damit für Zellen, Gewebe und Organe wichtig sind.

Magnesiummangel in der Schwangerschaft kann Krämpfe auslösen sowie zu frühzeitigen Wehen und Fehlgeburten führen.

Zink

Zink aktiviert im Organismus über 200 Eiweiße, die als Hormone oder Enzyme benötigt werden. Darunter fällt zum Beispiel das Insulin, die Schilddrüsenhormone und das Wachstumshormon. Diese Eiweiße helfen beim Aufbau der Erbsubstanz und sorgen mit dafür, dass Zellen sich aufbauen können. Auch am Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel sind sie beteiligt und schützen den Körper vor Krankheiten. 

Eine weitere Aufgabe ist die positive Unterstützung der Wundheilung. In der Schwangerschaft spielt Zink eine entscheidende Rolle beim Wachstum, vor allem durch seine Beteiligung an Zellteilung und Eiweißaufbau. Besonders ab dem vierten Monat benötigt das Baby Zink. 

Generell kann Zinkmangel Symptome wie Appetitlosigkeit, Nachtblindheit und Müdigkeit mit sich bringen, aber auch verminderte Konzentrationsfähigkeit, Vergesslichkeit oder Depressionen, Haarausfall, brüchige Nägel und verzögerte Wundheilung. Menschen mit Zinkmangel sind anfälliger für Infektionen. Bei Kindern können Wachstumsverzögerungen auftreten.

  • Zinkbedarf in der Schwangerschaft: ab dem vierten Monat 10 Milligramm täglich
  • Lebensmittel mit Zink: Vollkornprodukte, Nüsse, Trockenfrüchte, grünes Gemüse, Mandeln, Haferflocken, Mineralwasser, Bananen, Sonnenblumenkerne

Mangan

Auch Mangan ist wichtig für unterschiedliche Eiweiße im Körper, welche zum Beispiel am Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel beteiligt sind, an der Herstellung von Insulin oder am Aufbau von Knochen und Knorpelgewebe. 

Auch am Aufbau von verschiedenen Botenstoffen für die Nervenzellen ist Mangan beteiligt und es beeinflusst die Fruchtbarkeit. Manganmangel kann Auslöser für verminderte Fruchtbarkeit, Blutgerinnungsstörungen, Störungen des Zentralnervensystems und ein schwaches Immunsystem sein.

  • Manganbedarf in der Schwangerschaft: 2-5 Milligramm täglich
  • Lebensmittel mit Mangan: Schokolade, Beeren (z.B. die Acai Beere), Haferflocken, Nüsse

Kalium

Kalium regelt den Wasserhaushalt der Zellen und damit ihre Funktionsfähigkeit. Außerdem ist es wichtig für die Erregbarkeit der Nerven und Muskeln, ganz besonders des Herzmuskels. Auch bei der Eiweißproduktion spielt es eine Rolle, sowie bei der Umwandlung von Kohlenhydraten in Energie. 

Kaliummangel führt zum sogenannten Kaliummangelsyndrom oder auch Hypokaliämiesyndrom, welches viele Beschwerden zusammenfasst. Dazu gehören zum Beispiel Nervosität, Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Schwächegefühle, aber auch Störungen des Verdauungstrakts, Herzrhythmusstörungen und Schädigungen der Niere.

  • Kaliumbedarf in der Schwangerschaft: 2000 Milligramm täglich
  • Lebensmittel mit Kalium: Bouillons, Bananen, Blumenkohl, Brokkoli, Hülsenfrüchte, Avocado, Vollkornprodukte, Kartoffeln

Kupfer

Der Körper braucht Kupfer für den Aufbau der roten Blutkörperchen und damit für die Sauerstoffaufnahme. Es stärkt das Immunsystem und verbessert die Wundheilung. Auch für die Eisenaufnahme wird Kupfer gebraucht und spielt eine Rolle beim Aufbau von Knochen, Haut, Haar und Nervensystem. 

Kupfermangel und damit möglicherweise einhergehende Eisen-Unterversorgung können Blutarmut auslösen. Außerdem kann Kupfermangel zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und zur Störung des Nervensystems führen.

  • Kupferbedarf in der Schwangerschaft: 1-1,5 Milligramm täglich
  • Lebensmittel mit Kupfer: Nüsse, Samen, Fisch, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Schokolade

Fluor

Für feste Knochen und gesunde Zähne braucht der Körper Fluor. Es härtet den Zahnschmelz und beugt Kariesbildung vor. Es gilt als wichtig für den Knochenaufbau des Kindes während der Schwangerschaft. Generell kann Fluormangel zu Karies, Osteoporose und Arterienverkalkung führen.

  • Fluorbedarf in der Schwangerschaft: 3,1 Milligramm täglich
  • Lebensmittel mit Fluor: Mineralwasser, fluoridiertes Speisesalz, Meeresfrüchte, Nüsse, Fleisch, Sojaprodukte

Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft

Eine gesunde Frau, die sich ausgewogen ernährt, kann auf Nahrungsergänzungsmittel verzichten. Dies ist jedoch sehr abhängig von den körpereigenen Nährstoffspeichern und der Ernährungsform. Oftmals ernähren sich Schwangere auch nicht so, wie zum Beispiel die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) es empfiehlt. Ausreichende Information sind deshalb wichtig. 

Im Zweifel berät der Arzt. Grundsätzlich sollte die Einnahme jeglicher Nährstoffpräparate nur unter dessen Aufsicht erfolgen.

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About the author

Sebastian Schäffer

Sebastian ist Chefredakteur von HealthHacks.de, studierter Informationswissenschaftler und passionierter Gesundheitsfreak. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Themen rund um gesunde Ernährung, Sport und "Habit Building" - immer mit dem Fokus auf eine alltagstaugliche Umsetzung.

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