Wie gesund sind Smoothies wirklich? Ein Blick hinter die Kulissen des Smoothie-Hypes

Green Smoothie

Smoothies sind gesund - oder doch nicht? Was ist dran am Hype um die gemixten Frucht- und Gemüsesäfte?

Den Tagesbedarf an Obst decken, ohne wirklich Obst zu essen? Das soll mit Smoothies, den pürierten Fruchtmixen, möglich sein. Bis zu 50% des empfohlenen täglichen Obstkonsums sollen laut Hersteller mit nur einem Smoothie erreicht werden.

Und auch den Gemüse-Muffeln soll mit Smoothies Blattgemüse und Salat schmackhafter gemacht werden. Doch ist im Smoothie auch drin, was auf der Packung steht?

Ersetzt er nur quantitativ den herkömmlichen Obst- und Gemüseverzehr oder ist er auch qualitativ gleichwertig? Was hat es mit den grünen Trend-Smoothies auf sich? Und wie gesund sind Smoothies wirklich?

Dies alles und was Sie sonst schon immer über Smoothies wissen wollten, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Püriertes Obst im Glas​

Eisenhaltige Säfte

Nichts anderes ist ein Smoothie. Die in den Supermarktregalen stehenden Fruchtgetränke sind meist ein Gemisch aus verschiedenem püriertem Obst und Fruchtsaft.

Bei der Herstellung werden, anders als bei Fruchtsäften, die ganzen Früchte ohne Schale und Kerne püriert, wodurch Smoothies einen weit höheren Fruchtanteil enthalten.

Basierend auf natürlichen Inhaltsstoffen wie Fruchtpürees, Frucht- oder Gemüsestücken oder Saftkonzentraten ist schnell ein Fruchtanteil von 100% erreicht.

Damit der Smoothie seinem aus dem Englischen stammenden Namen alle Ehre macht und smooth, also weich und fein wird, bekommt er noch ein wenig Wasser oder Saft untergemischt.​

Es gibt jedoch nicht nur Frucht-Smoothies, sondern auch Mischungen, die Gemüse enthalten. Meist werden grünes Blattgemüse wie Wildgemüse, Sprossen oder Kräuter sowie die Blätter von Karotten oder Rote Beete dann samt Wasser oder Saft und teilweise sogar noch mit Obst gemixt und landen schließlich als gesunde Alternative im stressigen Alltag im Supermarkt.

Bei der Eigenherstellung in der heimischen Küche stehen Ihnen alle Möglichkeiten und Kombinationen offen. Ob Sie lieber mit einem fruchtigen Mango-Ananas Smoothie den Tag beginnen oder ihn nährstoffreich mit einem grünen Ruccola-Avocado Smoothie starten: Erlaubt ist, was Ihnen schmeckt.

Wohlbefinden to go​

Das Schälen und Schneiden für einen leckeren Obstsalat ist vielen im alltäglichen Chaos zu mühselig und zeitaufwendig. Genau für diese Zielgruppe ist ein Smoothie eine willkommene Alternative.

In fast jedem Supermarkt findet man heutzutage fertige Mixgetränke, die bequem auf dem Weg oder bei der Arbeit getrunken werden können.

Doch auch ein guter Mixer in Ihrem Haushalt kann auf schnellem Wege eine Flasche mit Obst und Gemüse füllen, die Sie dann den Tag über begleitet und Sie mit Vitaminen und Nährstoffen versorgt.​

Vitaminbombe oder Trendgetränk?​

Die kleine Fläschchen, die den täglichen Konsum von Obst und Gemüse steigern sollen, müssen jedoch auf ihre Inhaltsstoffe untersucht werden.

sportliche junge Frau

Quelle: 123rf.com / kurhan

Nicht jeder Smoothie ist gleich ein gesunder Saft.

Achtet man auf die Inhaltsangaben und findet dort Zucker, Zusatzstoffe und Konservierungsstoffe, sollte man bestenfalls auf diesen Fruchtmix verzichten.

Auch die lichtdurchlässigen Verpackungen reduzieren den Vitamingehalt und können der Vermarktung als Obstersatz nicht gerecht werden.​

Der Vitamin-, Nährstoffanteil kann natürlich von Getränk zu Getränk schwanken. Je nachdem welche Obst- und Gemüsesorten verwendet wurden und wie der Mix produziert und gelagert wird, sind die gesunden Stoffe in dem Smoothie unterschiedlich.

Um herauszufinden, wie viel des täglichen Bedarfs wirklich abgedeckt wird, muss auf die Inhaltsangaben im Handel geachtet werden.​

Mit einem selbstgemachten Smoothie kann man den ungesunden Nebeneffekten der industriell verarbeiteten Produkten aus dem Weg gehen und selbst bestimmen, welche Vitamine und Mineralien in ihm vorhanden sein sollen.

In dem Fall wissen Sie genau, was in Ihren Smoothie hineinkommt und können ihn direkt nach der Verarbeitung in einem lichtundurchlässigen Gefäß lagern.

Am Ende dieses Artikels finden Sie einige von uns ausgewählte Rezepte für Smoothies, die Sie spielend leicht zuhause herstellen können.​

Grüne Smoothies – gesund oder ungesund?​

Der gesundheitliche Effekt von Smoothies, speziell den sogenannten grünen Smoothies, wird seit Auftauchen des weltweiten Trends heiß diskutiert.

Auf der einen Seite soll er Vitalstoffe liefern und den Verzehr von Obst und Gemüse ankurbeln, auf der anderen Seite werden Zucker und Zusatzstoffe sowie der Kalorienreichtum kritisiert.​

Die grünen Smoothies erhalten vor allem Kritik, da sie als Wundermittel gegen verschiedenste körperliche Probleme angepriesen werden.

Sie sollen unter anderem Krebs vorbeugen, für eine gesunde Darmflora sorgen und Sehvermögen und Wundheilung verbessern. Dies soll besonders der Verwendung von rohem grünen Blattgemüse gedankt sein.​

Sie besitzen viele Ballaststoffe, die nachweislich die Darmtätigkeit anregen und Giftstoffe schnell aus dem Körper transportieren. Ebenso sind sie reich an Mikronährstoffen wie Eisen, Calcium, Magnesium und Vitaminen.

Die noch relativ unerforschten sekundären Pflanzenstoffe sind laut Smoothie-Verfechtern ein weiterer großer Pluspunkt, da sie antibakterielle, antivirale, leberschützende, antitumorale, blutverdünnende, antiarthritische und weitere Wirkungen besitzen sollen.

Green Tea Smoothie

Quelle: istockphoto.com/profile/otobor

Nicht zu Letzt wird auch das Chlorophyll in den grünen Smoothies erwähnt, das selbst auch ein sekundärer Pflanzenstoff ist, welcher die Darmflora, das Blut und die Organe reinigt, heilt und gesundheitsschädlichen Angriffen von Bakterien und Viren vorbeugt.​

Ernährungswissenschaftler sind jedoch etwas zurückhaltender, wenn es um das grüne Wundergetränk geht. Ein übermäßiger Konsum kann nicht nur den Magen-Darm-Trakt überfordern, sondern auch die Nährstoffbilanz des Körpers ins Negative ziehen.

Einige grüne Gemüsesorten enthalten nämlich Oxalsäure, welche dem Körper die Aufnahme von bestimmten Mineralien wie z.B. Eisen erschwert.

Außerdem greifen viele Menschen aus Bequemlichkeit oder genauem Wissen über die Eigenherstellung noch immer zu den Fertigprodukten der Supermärkte.

Diese sind durch ihre lichtdurchlässigen Verpackungen, den Zusatz- und Konservierungsstoffen sowie jeder Menge Zucker nicht empfehlenswert und gaukeln dem Konsumenten eine gesundheitliche Wirkung eher vor, als dass sie wirklich eintrifft.​

Sollten Sie also von den gesunden Stoffen der grünen Blattgemüse profitieren wollen, so mixen Sie Ihren Smoothie lieber daheim, ohne chemische Zusätze und einer besseren Überwachung des Zucker- und Kalorienanteils.

Ein Rezept für einen gesunden grünen Smoothie haben wir am Ende des Artikels für Sie eingefügt.​

Noch Getränk oder schon Flüssignahrung?

Bei allen positiven Eigenschaften der Smoothies sollte Ihnen jedoch immer bewusst sein, dass es sich dabei, obwohl Sie das Obst und Gemüse in flüssiger Form zu sich nehmen, immer noch um Nahrung handelt.

Nur weil die Nahrung püriert wird, verliert sie nicht ihren Kaloriengehalt und sollte daher nicht als Getränk neben der normalen Nahrungszufuhr genutzt werden.

Ein Smoothie ist eine Zwischenmahlzeit, die Sie mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen kann, welche jedoch weniger sättigend wirkt, da das Volumen des Essens durch die Zerkleinerung sinkt und den Magen weniger füllt.

Wenn Sie sich dem bewusst sind und nicht in die Konsistenzfalle tappen, steht einer angemessenen Verwendung von hausgemachten Smoothies nichts im Wege.​

Früchte oder Gemüse, Flüssigkeit und ein Mixer. Mehr braucht es eigentlich nicht, um einen leckeren Smoothie herzustellen.

Gesunde Smoothie Rezepte beinhalten meist nur eine kleine Menge an Zutaten, die aber eine große Menge an positiven Effekten mitbringen. Möchten Sie lieber den exotischen Vitamin-Kick oder doch eher den Verdauungstrakt auf Touren bringen?

Für alle Fälle und jeden Geschmack lässt sich eine Mixtur finden. Hier haben wir ein paar Smoothie Rezepte für Sie, die gesund und leicht zuzubereiten sind.​

Unsere Lieblings-Smoothie-Rezepte

Kiwi-Birnen-Drink


Dieser Smoothie versorgt Sie mit der täglichen Dosis an Vitamin-C und jeder Menge Kalium. Er ist mit 191 Kilokalorien kein Leichtgewicht, bringt dafür aber 10g Ballaststoffe mit und benötigt keinen weiteren Zucker.

Zutaten

  • 2 Kiwis
  • 2 Birnen
  • 1 Limette

Zubereitung

1. Schälen und würfeln Sie die Kiwis.

2. Waschen, entkernen und würfeln Sie auch die Birnen.

3. Pressen Sie die Limette.

4. Pürieren Sie die Kiwi- und Birnenwürfel und verrühren Sie das Püree mit dem Limettensaft.

5. Genießen Sie den Smoothie sofort oder füllen Sie ihn in ein lichtundurchlässiges Gefäß, um in mitzunehmen oder für kurze Zeit im Kühlschrank zu lagern.

Soja-Himbeer-Smoothie


Auch die laktoseintoleranten und vegan lebenden Personen unter Ihnen haben mit diesem Smoothie die Möglichkeit einen cremigen Frühstücksdrink zu genießen.

Er sättigt und versorgt Sie mit Energie, Vitaminen und Proteinen. Aufgrund seiner 210 Kilokalorien und seiner Zusammensetzung kann er Ihnen als Frühstücksersatz dienen.

Zutaten

  • 300ml Soja-Drink (natur)
  • 250g Himbeeren
  • 100g Soja-Joghurt
  • 2 EL Haferflocken
  • Honig oder Zimt

Zubereitung

1. Geben Sie alle Zutaten in einen Mixer oder pürieren Sie sie mit einem Handmixgerät.

2. Mischen Sie nach Belieben 1-2 Esslöffel Honig unter den Smoothie.

3. Wenn Sie möchten können Sie nun noch etwas Zimt über den Smoothie streuen und ihn sofort verzehren.

Grüner Smoothie


Damit der vieldiskutierte grüne Smoothie gesund ist, können Sie beispielsweise einen Kresse-Smoothie zubereiten. Er enthält lediglich 51 Kilokalorien, hilft Ihren Körper zu entwässern, regt den Stoffwechsel an und stärkt Ihr Immunsystem.

Zutaten

  • 350g Salatgurke
  • 100ml Selleriesaft
  • 1 Beet Gartenkresse
  • Eiswürfel

Zubereitung

1. Schälen und würfeln Sie die Gurke und geben Sie die Würfel in den Mixer.

2. Schneiden Sie die Kresse vom Beet und geben Sie sie ebenfalls in den Mixer.

3. Füllen Sie auch die Eiswürfel und den Selleriesaft dazu und mixen Sie alles gut durch.

4. Wenn alles fein püriert ist, können Sie den Smoothie servieren.

Mit diesen Zusammenstellungen sind Ihre Smoothies gesund und helfen Ihnen den täglichen Bedarf an Obst und Gemüse auf leichte Weise zu stillen. Viele weitere Rezepte lassen sich in den Weiten des Internets sehr schnell ausfindig machen.

Fazit

Smoothies sind eine gute Alternative für Menschen, die an sich zu wenig Obst und Gemüse aufnehmen und im stressigen Alltag wenig Lust dazu haben, sich mit dem Schnippeln eben dieser aufzuhalten. Sie können den Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgen und somit auch Ihre Gesundheit fördern.

Falls möglich sollten Sie jedoch von den Fertigprodukten in den Supermarktregalen Abstand halten und sich die zwei Minuten nehmen, ihre Smoothies selbst herzustellen.

Damit umgehen Sie nicht nur unliebsame Zusatzstoffe, sondern können die Zusammenstellung auch ganz nach gewünschter Wirkung beeinflussen.

Behalten Sie aber auch dabei den Kalorienanteil im Auge und verwechseln Sie einen Smoothie niemals mit einem einfachen Getränk, denn er ist in vielen Fällen als eine kleine Mahlzeit zu werten.​

Mit diesen Informationen und Tipps im Gepäck wünschen wir Ihnen ein fröhliches und gesundes Mixen!​

About the author

Sebastian Schäffer

Sebastian ist Chefredakteur von HealthHacks.de, studierter Informationswissenschaftler und passionierter Gesundheitsfreak. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Themen rund um gesunde Ernährung, Sport und "Habit Building" - immer mit dem Fokus auf eine alltagstaugliche Umsetzung.

Leave a comment: