Zinkmangel – Symptome und Behandlung

Meeresfrüchte

Jeder Organismus benötigt bestimmte Elemente, damit er reibungslos funktioniert, sei es ein technischer, pflanzlicher oder tierischer Organismus. Damit das Immunsystem des Menschen problemlos arbeiten und der Stoffwechsel vonstatten gehen kann, sind essentielle Spurenelemente nötig, zu denen auch das Zink gehört. Zinkmangel sollte man daher nach Möglichkeit vermeiden und frühzeitig vorbeugen.

Wenn also zu wenige dieser Spurenelemente im Körper vorhanden sind, stört dies den Ablauf des Körpers und führt zwangsläufig zu Mangelerscheinungen. Fühlen Sie sich schwach und antriebslos? Haben Sie mit brüchigen Nägeln und Haarausfall zu kämpfen?

Dann könnte dies möglicherweise an einem Zinkmangel liegen. Welche wichtige Bedeutung Zink für Ihren Körper hat, welche Auswirkungen ein Mangel an Zink mit sich bringt und wie Sie diese vorbeugen und behandeln können möchten wir Ihnen hier näher bringen.​​

Was ist Zink und wofür braucht der Körper es?​

Zink gehört neben Eisen oder Mangan zu den essentiellen Spurenelementen des menschlichen Körpers. Es ist Bestandteil einer großen Anzahl von Enzymen, die für die Erhaltung eines gesunden Körpers zuständig sind. Bei dem Eiweiß-, Fett- und Zuckerstoffwechsel spielt Zink eine ganz entscheidende Rolle.

Doch nicht nur der Stoffwechsel profitiert von einer ausreichenden Zinkzufuhr, denn auch Hormone wie Insulin oder Schilddrüsen- und Wachstumshormone werden durch Zink aktiviert. Des Weiteren ist es mit dafür verantwortlich, dass das Immunsystem schädliche Stoffe abwehren kann, Zellen gebildet werden und es sorgt außerdem dafür, dass der Mensch in der Lage ist, Geschmäcker wahrzunehmen. Ausreichend Zink bedeutet daher einen robusteren, widerstandsfähigeren und sich schnell selbst regenerierenden gesunden Körper.​

Wie viel Zink braucht mein Körper?

Da die Einsatzorte und Funktionen von Zink so vielfältig sind und es nicht vom Körper gespeichert werden kann, sollte ein erwachsener Mensch laut WHO täglich circa 15mg aufnehmen, die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) spricht hingegen lediglich von 7mg bei Frauen und 10mg bei Männern.

In Deutschland nehmen ungefähr 98% der Erwachsene genügen Zink durch ihre Ernährung auf, da bereits ein Vollkornbrot mit Käse den benötigten Tagesbedarf abdecken kann. Ein akuter Zinkmangel ist hierzulande vor allem bei erblich bedingten Störungen der Zinkaufnahme, chronischen Darmerkrankungen und bei Alkoholikern vorzufinden.

Woran erkenne ich einen Zinkmangel?

Die Symptome sind aufgrund der starken Beteiligung von Zink an vielen unterschiedlichen Prozessen des Körpers ebenso vielfältig.

Zinkmangel Symptome

Allgemeine Symptome sind:

  • Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Schwäche und Müdigkeit
  • Depression
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Sehstörungen
  • Stimmungsschwankungen

Äußerlich sichtbare Symptome sind:

  • Bildung von Akne, Ekzemen und Pilzen
  • brüchige, weiß gefleckte Nägel
  • Haarausfall
  • trockene Haut

Hormonelle Auswirkungen eines Mangels an Zink sind:

  • Blutarmut
  • ein erhöhter Blutzuckerspiegel
  • Potenzstörungen und Unfruchtbarkeit
  • Wachstumsstörungen

Hormonelle Auswirkungen eines Mangels an Zink sind:

  • erhöhte Infektionsanfälligkeit
  • häufige Erkältungen und Infektionen und Geschwüre im Mundraum

Sollten Sie mehrere dieser Symptome an sich feststellen, dann sollten Sie einen Zinkmangel bei Ihrem Hausarzt abklären lassen, sie könnten erste Anzeichen sein. Oft geht ein Zinkmangel mit weiteren Absenzen einher, zum Beispiel einem Vitamin B6 Mangel.

Auch dies kann Ihr Arzt durch die Untersuchung Ihres Blutes herausfinden. Häufig gleichen diese Symptome aber auch denen anderer Mangelerscheinungen, weshalb ein Besuch der Arztpraxis in jedem Falle ratsam ist.

Welche Ursachen kann ein Zinkmangel haben?

Zumeist lässt sich ein Mangel an Zink auf eine einseitige Ernährung zurückführen. Werden nicht genug zinkhaltige Lebensmittel verzehrt, treten relativ schnell Mangelerscheinungen auf. Besonders Vegetarier und Veganer, die auf die Aufnahme von tierischen Zinklieferanten teilweise oder ganz verzichten, haben mit diesen Beschwerden zu kämpfen.

Das Zink in pflanzlichen Produkten ist leider oft durch die in ihnen vorkommende Phytinsäure gebunden und kann dementsprechend schlecht aufgenommen werden. Auch die erhöhte Aufnahme anderer Stoffe, wie Calzium oder Phosphat, erschwert die Zinkverwertung.

Da Eisen und Kupfer die Antagonisten von Zink sind und somit seine Aufnahme und Wirkung behindern, kann auch ein Überangebot dieser Stoffe für einen Mangel an Zink sorgen.

Weitere Ursachen können sein:

  • ein regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Darmerkrankungen
  • Diabetes
  • erblich bedingte Stoffwechselerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Magenerkrankungen
  • die Einnahme von Medikamenten (u.a. Abführmittel, hormonelle Verhütungsmittel und Kortison)
  • Tumore

Mit welchen Auswirkungen eines Zinkmangels muss ich rechnen?

Zink ist, wie bereits erwähnt, an fast allen Lebensvorgängen beteiligt und ein Fehlen kann daher eine große Anzahl an unterschiedlichen Auswirkungen auf Ihr Leben haben. Angefangen bei einem Gefühl von Schwäche, Müdigkeit und Trägheit, das die alltäglichen Aufgaben des Lebens zur Last werden lassen.

Über Haarausfall, häufige Erkältungen und Infektionen aufgrund des angeschlagenen Immunsystems bis hin zu Depressionen, Impotenz und Blutarmut kann ein Mangel an Zink also viele unangenehme Reaktionen hervorrufen. Welche Beschwerden davon bei jedem Einzelnen auftreten kann jedoch nicht vorhergesagt werden.

Wie kann ich einen Zinkmangel und seine Symptome behandeln?

Zunächst einmal sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen und abklären lassen, ob die Symptome durch einen Zinkmangel hervorgerufen werden oder andere Ursachen dafür in Frage kommen. Je nachdem, ob die Zinkzufuhr lediglich erhöht werden muss oder andere Erkrankungen kuriert werden müssen, wird Ihr Arzt eine entsprechende Behandlung einleiten.

Um die Zinkaufnahme zu erhöhen stehen Ihnen vielfältige Produkte zur Auswahl. Die einfachste und natürlichste Möglichkeit ist die Aufstockung des Verzehrs von zinkhaltigen Lebensmitteln. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung kann das Fehlen von Zink schon beseitigen.

Der Griff zu tierischen Produkten wie Fleisch, Fisch und Milch ist hier die beste Wahl. Rotes Fleisch, Käse, Weizen, Nüsse, Hefe und Pilze, Linsen und Meeresfrüchte enthalten großen Mengen an Zink und sollten dem Speiseplan hinzugefügt werden. Eine ausführliche Liste von Nahrungsmitteln mit einem hohen Zinkanteil haben wir Ihnen auf dieser Seite als PDF Dokument bereitgestellt.

Beispiel

  • Wenn Sie beim Frühstück ein Vollkornbrot mit Schinken, ein Ei und etwas Vollmilch zu sich nehmen, haben Sie Ihren Tagesbedarf bereits gedeckt.
  • Oder essen Sie zum Mittag ein Rinderfilet mit Gemüse, zum Beispiel Brokkoli oder Erbsen.
  • Auch eine Reispfanne mit Gemüse und etwas Fleisch versorgt Sie mit ausreichend Zink.​

Eine weitere Alternative bilden Nahrungsergänzungsmittel und Zinkpräparate. Diese können Ihnen von Ihrem Arzt verschrieben werden oder sind häufig sogar frei erhältlich. Als Brausetabletten, Filmtabletten oder Kapseln sind apothekenpflichtige Medikamente zu bekommen, die den Nahrungsergänzungsmitteln der Drogeriemärkte vorzuziehen sind.

Auf der Seite der Stiftung Warentest finden Sie eine umfassende Auflistung von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln, die zur Behandlung von Zinkmangel geeignet sind und zu welchen Sie aufgrund ihrer Überdosierung nicht greifen sollten. Auch Ökotest untersuchte einige Präparate und kann Ihnen hilfreiche Informationen zu ihnen liefern.

Sollten Sie Ihren Zinkbedarf nicht durch Lebensmittel decken können und zu Ergänzungsmitteln greifen, dann achten Sie darauf, dass Sie das Zink bestenfalls nüchtern einnehmen, Eisenpräparate circa zwei bis drei Stunden zeitversetzt zu sich nehmen und vor allem bei bestehenden Nierenproblemen vorher Ihren Arzt konsultieren.

Was passiert bei einer übermäßigen Zinkzufuhr?

Da sich Zink im Körper anreichern kann, führt ein übermäßiger Konsum zu körperlichen Beschwerden und Vergiftungserscheinungen. Die empfohlene Tagesdosis von 7mg bei Frauen und 10mg bei Männern sollten vorzugsweise nicht überschritten werden.

Durch eine dauerhaft erhöhte Zinkaufnahme kann es zudem zu einem Mangel anderer Elemente, zum Beispiel Kupfer oder Eisen, und zu Störungen in der Blutbildung kommen.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt sich bei Nahrungsergänzungsmitteln eine tägliche Obergrenze von 2,25mg Zink einzuhalten. Mehr als 25mg Zink pro Tag überschreiten nach der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit die Höchstgrenze der Zinkaufnahme.

Ab 200mg können Vergiftungserscheinungen auftreten und ab einer Menge von 2g können diese sogar akute Ausmaße annehmen und schwerwiegende Komplikationen bis hin zu Koma herbeiführen.

Symptome einer Zinkvergiftung sind unter anderem:

  • Kopfschmerzen
  • metallischer Geschmack im Mund
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall

Zinkhaltige Lebensmittel

Lebensmittelpro 100g
Kalbs-, Schweine- und Rinderleberbis zu 6,3 mg
Weizenkleie13,3 mg
Edamer11 mg
Kürbiskerne7,4 mg
Austern7,0-160 mg
Sojamehl5,7 mg
Sonnenblumenkerne5,2 mg
Emmentaler4,6 mg
Haferflocken4,0 – 4,5 mg
Paranüsse4,0 mg
Roggenmehl3,9 mg
Linsen3,7 mg
Eigelb3,5 mg
Butterkäse3,5 - 4,0 mg
Hirse3,4 mg
Knäckebrot3,1 mg
Nudeln3,1 mg
Rindfleisch3,0 – 4,4 mg
Erdnüsse3,0 – 3,5 mg
Gorgonzola3,0 mg
Camembert2,7 mg
Vollkornkekse2,7 mg
Walnüsse2,7 mg
Mais2,5 – 3,5 mg
Müsli2,5 mg
Schwein2,5 mg
Vollkornbrot2,4 mg
Lamm2,3 – 6,0 mg
Garnelen2,3 mg
Krabben, Shrimps2,3 mg
Zartbitterschokolade2,1 mg
Pute2,0 mg
Schinken2,0 mg
Ente1,8 mg
Roggenbrötchen1,8 mg
Reis1,7 mg
Knäckebrot1,5 mg
Graubrot1,4 mg
Toast1,1 mg
Weizenmehl1,1 mg
Thunfisch1,1 mg
Erbsen1,0 mg
Huhn1,0 mg
Brokkoli0,9 mg
Zwiebeln0,8 mg
Sojabohnen0,7 – 4,2 mg
Speisequark, 20% Fett0,5 mg
Fisch0,4 – 1,1 mg
Kartoffeln0,4 – 0,6 mg
Vollmilch0,4 mg
Joghurt0,3 – 0,5 mg

​ Erfahren Sie mehr über die häufigsten Arten von Mangelerscheinungen in unserem Spezialartikel.

© Jacek Nowak / 123RF

About the author

Sebastian Schäffer

Sebastian ist Chefredakteur von HealthHacks.de, studierter Informationswissenschaftler und passionierter Gesundheitsfreak. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Themen rund um gesunde Ernährung, Sport und "Habit Building" - immer mit dem Fokus auf eine alltagstaugliche Umsetzung.

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