10 verbotene Lebensmittel & Produkte bei Glutenintoleranz

10 verbotene Lebensmittel & Produkte bei Glutenintoleranz

Döner Kebab Glutenintoleranz

Wir sagen es mal ganz offen: Glutenunverträglichkeit, Zöliakie, Weizenallergie – das ist wirklich nicht schön, ist anstrengend und oft genug ganz schön nervig. Besonders wenn man mit Freunden oder Bekannten unterwegs ist, einfach mal ohne Nachdenken in ein Restaurant gehen oder auf dem Jahrmarkt irgendeine Art von Fast Food kaufen will. Wie immer ist es so: Die schönsten Sachen sind verboten.

In diesem Artikel geht es um zehn Lebensmittel und Produkte, die besonders kurz nach der Diagnose „Glutenunverträglichkeit“ erst mal sehr weh tun. Aber wir schlagen Auswege und Alternativen vor und schließlich gilt: Irgendwann gewöhnt man sich an alles. Und immerhin gibt es auch jede Menge glutenfreie Lebensmittel.

1. Bier

bier glutenintoleranz

Viele werden jetzt vermutlich stöhnend den Kopf hängen lassen. Besonders die Herren der Schöpfung können sich sicher nicht so richtig vorstellen, ab sofort nur noch mit einem Weinschörlchen beim Fussball anzustoßen. Doch es ist leider wahr. Bier enthält Getreide und Getreide enthält Gluten. Das Gleiche gilt übrigens auch für Mazbier.

Der Ausweg

Es gibt Brauereien, die sich auf glutenfreies Bier spezialisiert haben. Hier wird Bier zum Beispiel nicht mit Gerstenmalz gebraut, sondern mit Hirsemalz. Bei Hefeweizen wird ausgewichen auf das glutenfreie Buchweizen. Andere verweden für das Bier auch Reismalz.

Der Geschmack kommt dem von „normalem“ Bier auch erstaunlich nahe. Bestellen kann man glutenfreies Bier zum Beispiel über das Internet. Kleinen Vorrat anlegen – Problem gelöst!

2. Gluten-Falle Käsewürfel​

Gluten Käse

Wie das? Viele Käsesorten sind doch in natürlicher Form glutenfrei? Das stimmt, aber hier gibt es eine Stolperfalle und aufpassen ist angesagt. Damit Käsewürfel oder geriebener Käse in der Packung nicht wieder zusammenpappen, wird ein Trennmittel beigefügt – und das kann glutenhaltig sein.

Der Ausweg

Die Zutatenliste. Zugegeben, es ist nicht der beste Ausweg, aber wir haben noch einen: Es gibt tatsächlich eine Käseverordnung, die besagt, dass als Trennmittel höchstens drei Prozent Kartoffel- und/oder Maisstärke verwendet werden darf.

Aber wie Verordnungen nun mal so sind, sicher sein kann man nie. Deshalb: Käsewürfel ohne Gluten gibt es bestimmt viele, aber trotzdem ist der Blick auf die Inhaltsstoffe wichtig!

3. Süßigkeiten & Chips

Chips Glutenintoleranz

Ja, es musste so weit kommen, man hat das doch erwartet. Wenn etwas verboten ist, dann sind es wirklich immer auch die Süßigkeiten. Hier eine kleine Entwarnung: Viele Schokoladensorten sind glutenfrei. Doch aufgepasst werden muss bei allen Süßigkeiten, die Kekse oder Biskuit enthalten. Die sind nämlich nicht mehr glutenfrei.

Problem ist, dass vielen Süßigkeiten Gerstenmalz als Süßungsmittel beigefügt wird oder sie auf demselben Förderband hergestellt werden und Glutenspuren aufnehmen. Auch das ein oder andere Aroma kann Gluten enthalten. Das gilt übrigens auch für Chips und anderes Knabberzeug – und schon ist er aus der Traum vom problemlosen Süßigkeitenregal im Supermarkt.​

Der Ausweg

Genau wie beim Bier gibt es auch hier wunderbare Menschen, die Lebensmittelhersteller sind und sich auf glutenfreie Produkte spezialisiert haben. Da so gut wie niemand ohne eine Nascherei zwischendurch auskommt, ist das Angebot glutenfreier Süßigkeiten ausgesprochen groß.

Man muss also auf so gut wie nichts verzichten, sondern einzig das Kaufverhalten ändern. Auch hier ist das Internet wieder der Helfer in der Not! Aber auch im lokalen Einzelhandel ist bereits Auswahl vorhanden.

4. Döner

Döner Kebab Glutenintoleranz

Döner ist eines der beliebtesten Auf-die-Hand-Produkte der Deutschen. Doch Döner macht in diesem Fall nicht schöner, sondern kann zu unangenehmen Reaktionen führen. Denn alles Fleisch, was gewürzt, paniert oder eingelegt ist, kann genau aus diesem Grund zu Gluten gekommen sein. Beim Döner kommt hinzu, dass zwischen den Schichten des Fleischspießes auch Paniermehl sein kann, von den Soßen fangen wir einfach mal gar nicht an.

Der Ausweg

Wie bei jedem auswärtigen Essen hilft oft einfach das Nachfragen. Wer Auskünften generell nicht so über den Weg traut, der frage am besten nach der Zutatenliste. Auch die gibt es normalerweise. Wer hier trotzdem den Kopf schüttelt und auf Nummer sicher gehen will: Es gibt Rezepte für glutenfreien Döner, selbst ist der Mann bzw. die Frau. Das hilft vielleicht nicht bei spontanem Dönerhunger unterwegs, ist aber eben auch eine Alternative.

5. Pommes Frites

Pommes Glutensensitivität

Nein, es hört nicht auf. Hier kommt noch so einiges, das einen die Haare raufen lässt. Warum denn jetzt auch noch Pommes Frites? Ganz einfach: Damit die Pommes schön knusprig werden, gibt es oft eine weizenmehlhaltige Panade.

In der Gastronomie werden Pommes in Fritteusen frittiert, die auch für andere Produkte genutzt werden. Auch hier gibt es also Kontaminationsgefahren. Hilft also nicht, dass Pommes aus Kartoffeln sind, wenn das Drumrum nicht stimmt.

Der Ausweg

Am sichersten ist es tatsächlich, wenn man sich einen Sack Kartoffeln kauft und sich die Pommes selber macht. Aber auch ein Blick auf die Zutatenliste hilft, denn: Nicht alle Pommes enthalten glutenhaltige Zusätze.

6. Gewürzmischungen​

Gewürzmischung Gluten

Auch wenn in Gewürzen erstmal kein Gluten steckt, in Gewürzmischungen kann Gluten als Bindemittel oder Trägerstoff vorkommen. Hier gilt es also wieder auf die Zusammensetzung zu schauen. Wie immer ist es gut, dass Allergene angegeben werden müssen. Steht „glutenfrei“ drauf oder sind keine enthaltenen Stoffe glutenhaltig, gibt es also kein Problem.

Der Ausweg

Einzelgewürze und reine Gewürze sind glutenfrei, solange kein Gluten als Rieselhilfe oder Trennmittel verwendet wird. Der Griff sollte im Zweifel also zu frischen Gewürzen führen. Davon gibt es überall reichlich – Gewürze sind also in der Regel kein Problem.

7. Fertig- und Lightprodukte

Noch so eine schwammige Sache: Fertigprodukte, wie Tütensuppen, können Gluten enthalten, es muss aber nicht sein. Meist wird Gluten wegen seiner stabilisierenden Wirkung als Zusatzstoff verwendet. Das Gleiche gilt für Lightprodukte. Aber seien wir mal ehrlich: Fertigprodukte sind sowieso nicht das gesündeste auf dem Planeten Erde.

Der Ausweg

Wer keine Lust hat, täglich zu kochen, dem sei die Tiefkühltruhe empfohlen. Einfach beim nächsten Kochen mehr machen und einfrieren! Und die selbstgemachte Pizza kann nach einem langen Tag aufgebacken werden und schmeckt vermutlich auch viel besser als ihr Fertigprodukt-Äquivalent.

8. Eis

eis gluten

Unterwegs und in der Eisdiele hilft wieder nur die Nachfrage. Denn in Eiscremes steckt Gluten, wie so oft, wieder mal als Stabilisator. Eiswaffeln sind auch ein Risikofaktor. Bei Eisdielen gibt es aber auch oft glutenfreies Eis, einfach mal informieren. Von Kekszusätzen sollte man sich allerdings mal wieder fernhalten.

Der Ausweg

Im Supermarkt ist wieder Verlass auf die Zutatenliste. Und es gibt viele großartige Eismaschinen. Dann heißt es Freunde einladen und die eigene Eisproduktion zu einem Event machen. Es lassen sich frei der Nase nach auch interessante neue Eiskreationen ausprobieren!

9. Würstchen​

Würstchen Glutenintoleranz

Erst der Döner, jetzt auch noch Würstchen. Trotzdem Fleisch in der Regel glutenfrei ist, enthalten Würstchen oft Mehl zum Binden. Und auch verwendete Gewürze können das Gluten in die Würstchen bringen. Gibt es da überhaupt einen Ausweg?

Der Ausweg​

Ja. Denn viele Metzger und Fleischerein haben glutenfreie Wurst im Angebot.

10. Make-up, Zahnpasta & Medikamente​

Make Up Gluten

Nicht nur Nahrungsmittel können bei Glutenunverträglichkeit schaden, sondern auch Produkte, die auf die Haut aufgetragen werden und dann in den Mund gelangen (zum Beispiel Lippenbalsam), verschluckt werden können (wie Zahnpasta) oder auch Medikamente. Viele schmerz- und fiebersenkende Medikamente enthalten kein Gluten, aber es kann vorkommen. In diesem Fall wird Gluten als stärkehaltige Grundlage beigefügt.

Der Ausweg

Bei Medikamenten zur Vorsicht immer den Apotheker fragen, denn selten findet man eine Kennzeichnung mit dem Hinweis „glutenfrei“. Der Arzt sollte über die Glutenunverträglichkeit Bescheid wissen und das richtige Medikament verschreiben – zu beachten ist hierbei dann, dass der Apotheker kein wirkungsgleiches Mittel herausgibt, das am Ende dann wieder Gluten enthalten könnte.

Bei Kosmetik hilft auch Nachfragen. Keine Sorge bei allen Kosmetika, die nicht in den Mund gelangen können, denn über die Haut kann Gluten nicht aufgenommen werden. Es gibt viele Kosmetika, die kein Gluten enthalten, eine Liste gibt es zum Beispiel auch bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft – für alle, die auf Nummer sicher gehen möchten.

Schädlichen Lebensmitteln und Produkten kann man bei Glutenunverträglichkeit aus dem Weg gehen. Nach ein bisschen Training, Information und einiger Gewöhnung geht das auch leichter von der Hand. Die gute Nachricht ist: Es gibt wirklich viele Lebensmittel, die glutenfrei sind und eine Menge Alternativen zu denen, die es nicht sind. Selbst glutenfreies Brot gibt es inzwischen bei vielen Bäckern zu kaufen. Genauso lässt es sich aber mit einfachen Mitteln in der heimischen Küche backen. Mit dem Thema "glutenfreies Brot" beschäftigen wir uns im nächsten Artikel unserer Glutenreihe.

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About the author

Sebastian Schäffer

Sebastian ist Chefredakteur von HealthHacks.de, studierter Informationswissenschaftler und passionierter Gesundheitsfreak. Seit Jahren beschäftigt er sich mit Themen rund um gesunde Ernährung, Sport und "Habit Building" - immer mit dem Fokus auf eine alltagstaugliche Umsetzung.

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